Yoga und Bäume

Ich weis es gibt sie. Jene erwachsene Kinder, die sich auch noch mit über 30 Jahren auf die Bäume dieser schönen Erde niederlassen. Von da oben sieht die Welt einfach ganz anders aus. So nah an den rauschenden Blättern und so weit von dem Boden der Realität entfernt. Ein nostalgischer Versuch in eine andere Welt zu klettern.

Dabei ist sie doch genauso real, wie von unten. Nur etwas anders siehst sie aus. Ja es ist eben eine andere Perspektive. Die Rinde des Baumes ertasten und dabei die Tierchen, die in Ihm Leben beobachten. Achtsam die Position der Hand wählen, um unserer mitwohnenden Wesen nicht zu stören. Respekt zeigen.


Ob das klettern auf Bäume nun tatsächlich etwas mit Yoga zu tun hat? Das fragen sich vielleicht einige von euch. Erfahrene Yogis dürften die Antwort bereits kennen. Denn nicht nur das Turnen auf einer schicken Matte ist Yoga, sondern auch alles andere. Wie wir handeln, wie wir agieren und reagieren, wie wir unsere Welt wahrnehmen und auf sie antworten.

Die zielgerichtete Platzierung der Hand und die Fähigkeit den Körper kräfig den Ast heraufziehen zu können hat mindestens genausoviel mit Yoga zu tun, wie später meditierend auf dem Baum zu sitzen. Unter dem Begriff Meditation Begriff verbirgt sich ja für viele eine mysteriöse, ungreifbare Welt. Was soll da oben denn meditiert werden?

Im Grunde geht es darum, die Augen zu schliessen und den Moment wahrzunehmen. Wenn ich also nach der körperlichen Anstrengung dann einen gemütlichen Platz neben den Blätterrauschen gefunden habe, schliesse ich die Augen und nehme wahr. Ich lausche in den Tanz des Baumes. Die Vögel singen mir ein Lied und der Wind wird auf einmal ganz präsent auf meiner Haut.

Diese Momente des achtsamen wahrnehmens sind es, die für mich ganz besonders wertvoll sind. Sie geben mir Kraft und eine Rückbesinnung auf die einzige Essenz des Lebens. Sein. Einfach sein und die Welt um mich herum sein lassen. WAHR nehmen. Ich nehme meine Welt um mich herum wahr, als authentisch und echt an.

Meine Gedanken lasse ich los. Sie sind nämlich manchmal gar nicht so wahr. Kreieren sie doch allzugern unwahre Kostruckte eines vermeintlichen Daseinszustandes.

Hier oben lass ich sie los.

Hier oben kann ich sein.

So Ham.

Warum ich meinen Beruf aufgegeben habe

Warum ich meinen Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin aufgegeben habe.

Ich wollte es unbedingt. Diesen wunderbaren Beruf erlernen. Menschen beim Gesunden begleiten und Ihnen die Zeit während einer Erkrankung so angenehm wie möglich machen.

Ja, ich habe die Ausbildung und Arbeit genossen. Habe auf verschiedenen Stationen gearbeitet, von Intensivstation bis Palliativstation.

Und, was soll ich sagen?

Am meisten haben mich doch die Gespräche berührt. Die Zeit, die zwischen-menschlich stattgefunden hat. Das Händehalten eines alten Herrn, der nach wenigen Minuten doch wieder Mut gefunden hat weiterzumachen. Die Erkenntnisse über Leben und Tod, die so wichtig waren für meine Entwicklung bis heute.

Es ist jetzt anders.

Und das beobachte ich schon einige Jahre.

Um genau zu sein, möchte ich schon seit 4,5 Jahren diesen Berufsstand verlassen.

Es ist nicht mehr das selbe, wie in meiner Lehrzeit. Wo wir uns noch Zeit nahmen für Patienten. Wo Miteinander ganz oben stand. Wo an Weihnachten alle Patiententüren aufgemacht wurden und gemeinsam gesungen wurde. Ja, wo es noch wichtiger war, den Einzelnen individuell zu pflegen.

Jetzt ist es anders.

Im Laufe der Jahre ging es recht schnell. Es wurden Stellen abgebaut oder garnicht erst eingestellt, obwohl es nötig gewesen wäre. Begleitende Maßnahmen werden abgeschafft, wie Wadenwickel oder die Arbeit mit ätherischen Ölen. Angehörige werden vor Tatsachen gestellt und der Patient bleibt trotz Aufklärung mit einem großen Fragezeichen im Gesicht zurück.

Es ist keine Frage der Schuld für mich, es ist eine Frage des Systems. Und das kotzt mich an!

Wie kann es sein, dass die Arbeit in Krankenhäusern von (finanziellen) Zahlen motiviert sein darf?
Wo ist der Aspekt des individuellen Selbst geblieben?
Und wo werden wir landen, wenn es so weiter geht?

All diese Fragen habe ich mir auch schon vor der Pandemie gestellt und die aktuelle Art und Weise mit Menschen umzugehen macht es nur noch deutlicher, dass dies nicht der Weg ist, den ich weiter gehen kann. Es geht einfach nicht mit meinem Gewissen. Es ist mir zu krass!

Die Verdrehungen im Allgemeinen sind unaushaltbar.
Dass die Politik an der Volksgesundheit interessiert sei, ist für mich blanker Hohn.

Was machen sie denn?
Werbung für Coca Cola und ne Gratis – Bratwurst?
Leute einsperren?
Spalten?
Angst schüren?
Stress fördern ohne Ende?

Mal Hand auf Herz. Was tragen Politik und Industrie zu einem gesunden Dasein bei?
Und was machst du für deine Gesundheit?
Ich habe beobachtet, dass viele Menschen sich auf dem Fortschritt der Medizin ausruhen und Pillen als die Lösung für alles ansehen.
Ist das tatsächlich die Lösung? Oder nur ein kläglicher Versuch vor Verantwortung zu flüchten?

Klar ist es nicht immer leicht, gut auf sich aufzupassen und schädigende Verhaltensweisen zu lassen. Aber genau da würde ich mir wünschen, darf unsere Politik ein Vorbild sein und uns zeigen wie es besser gehen würde.

Präventionsarbeit leisten.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen einleiten.
Ruhe bewahren.
Integrität fördern.

Verbunden bleiben.

Und die Angst vor dem Einen genauso anerkennen wie die Angst vor dem Anderen.

Ich wünsche mir eine verbundene Welt mit Menschen die stark in sich sind, ruhig und klar. Die Eigenverantwortung übernehmen und in der Liebe bleiben um eine richtig geile Gesellschaft zu kreieren. Mit gegenseitiger Inspiration und Fülle in sich… um sich nicht weiter von Außen füllen zu müssen.


Gesund und glücklich, mit dem was man hat.
Gemeinsam stark, als Gesellschaft die sich gegenseitig träg und nicht ausgrenzt.

Wie seht ihr das so?

Yoga und Gedanken

1.000 Gedanken an jedem Tag. Das ist eine ganz schön große Menge wenn ich mir so vorstelle, wieviel Fokus und Zeit dabei verloren geht. Die allermeisten Gedanken sind unbrauchbar, veraltet oder sogar negativ. Das kommt ganz auf die Programmierung des individuellen Gedankenapperates an. Wenn ich mein Leben so betrachte kann ich das jedoch auch manchmal beobachten. Gedanken wie: Kann ich das überhaupt? Bin ich gut genug dafür? Was werden die anderen denken? Dazu hab ich jetzt aber gar keine Lust, kennt wohl jeder. Alle diese Gedanken haben gemein, dass sie in irgend einer Weise wertend sind. Wertung ist nicht wirlich hilfreich um ein ausgeglichenes Leben zu führen. Deshalb ist Meditation in aller Munde. Mir fällt es bis heute schwer, meine Gedanken zu besänftigen. Durch Meditation kann ich es allerdings lernen und in kleinen Schritten vorwärts kommen. Aber wie geht das eigendlich?


Für viele Menschen ist der Begriff Meditation mystisch und ungreifbar. Dabei ist es gar nicht so schwer. Meditation bedeutet nicht unbedingt bewegungslos auf dem Boden herumzusitzen. Es bedeutet vielmehr eine klare und freie Innenwelt zu kreieren. Dazu gibt es unzählige Möglichkeiten. Für den einen kann schon die Fahrt zur Arbeit zur Meditation werden. Die gewohnte Strecke, der Kopf ausgeschaltet und alle Abläufe funktionieren nach zahlloser Wiederholung fast wie von allein. Für den Anderen ist Musik pure Meditation. Ob Hören, Mitsingen oder Selbermachen. Bei hundertprozentiger Konzentration auf ein Instrument werden alle anderen Kopfkinos ausgestellt. Voila, du bist in deiner Mitte angekommen.
Dieser herbstlichen Tage ist meine Meditation das allabendliche entzünden des Kamins. Die Beobachtung des Feuers und die Wärme ziehen mich mit voller Ausfmerksamkeit in ihren Bann. Das kennt wohl jeder, dieses stundenlange ins Feuer schauen. Dabei muss gar nichts anderes stattfinden. Und somit wäre das Ziel der Meditation erreicht.

Sein.

Einfach da sein und still im Kopf werden.

Die Dinge um sich herum wahrnehmen, sein lassen, beobachten.


Was ist deine Alltagsmeditation?
Schreib mir gerne ein Kommentar oder was du von Meditation im Allgemeinen hälst.
 
Liselle