Warum ich meinen Beruf aufgegeben habe

Warum ich meinen Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin aufgegeben habe.

Ich wollte es unbedingt. Diesen wunderbaren Beruf erlernen. Menschen beim Gesunden begleiten und Ihnen die Zeit während einer Erkrankung so angenehm wie möglich machen.

Ja, ich habe die Ausbildung und Arbeit genossen. Habe auf verschiedenen Stationen gearbeitet, von Intensivstation bis Palliativstation.

Und, was soll ich sagen?

Am meisten haben mich doch die Gespräche berührt. Die Zeit, die zwischen-menschlich stattgefunden hat. Das Händehalten eines alten Herrn, der nach wenigen Minuten doch wieder Mut gefunden hat weiterzumachen. Die Erkenntnisse über Leben und Tod, die so wichtig waren für meine Entwicklung bis heute.

Es ist jetzt anders.

Und das beobachte ich schon einige Jahre.

Um genau zu sein, möchte ich schon seit 4,5 Jahren diesen Berufsstand verlassen.

Es ist nicht mehr das selbe, wie in meiner Lehrzeit. Wo wir uns noch Zeit nahmen für Patienten. Wo Miteinander ganz oben stand. Wo an Weihnachten alle Patiententüren aufgemacht wurden und gemeinsam gesungen wurde. Ja, wo es noch wichtiger war, den Einzelnen individuell zu pflegen.

Jetzt ist es anders.

Im Laufe der Jahre ging es recht schnell. Es wurden Stellen abgebaut oder garnicht erst eingestellt, obwohl es nötig gewesen wäre. Begleitende Maßnahmen werden abgeschafft, wie Wadenwickel oder die Arbeit mit ätherischen Ölen. Angehörige werden vor Tatsachen gestellt und der Patient bleibt trotz Aufklärung mit einem großen Fragezeichen im Gesicht zurück.

Es ist keine Frage der Schuld für mich, es ist eine Frage des Systems. Und das kotzt mich an!

Wie kann es sein, dass die Arbeit in Krankenhäusern von (finanziellen) Zahlen motiviert sein darf?
Wo ist der Aspekt des individuellen Selbst geblieben?
Und wo werden wir landen, wenn es so weiter geht?

All diese Fragen habe ich mir auch schon vor der Pandemie gestellt und die aktuelle Art und Weise mit Menschen umzugehen macht es nur noch deutlicher, dass dies nicht der Weg ist, den ich weiter gehen kann. Es geht einfach nicht mit meinem Gewissen. Es ist mir zu krass!

Die Verdrehungen im Allgemeinen sind unaushaltbar.
Dass die Politik an der Volksgesundheit interessiert sei, ist für mich blanker Hohn.

Was machen sie denn?
Werbung für Coca Cola und ne Gratis – Bratwurst?
Leute einsperren?
Spalten?
Angst schüren?
Stress fördern ohne Ende?

Mal Hand auf Herz. Was tragen Politik und Industrie zu einem gesunden Dasein bei?
Und was machst du für deine Gesundheit?
Ich habe beobachtet, dass viele Menschen sich auf dem Fortschritt der Medizin ausruhen und Pillen als die Lösung für alles ansehen.
Ist das tatsächlich die Lösung? Oder nur ein kläglicher Versuch vor Verantwortung zu flüchten?

Klar ist es nicht immer leicht, gut auf sich aufzupassen und schädigende Verhaltensweisen zu lassen. Aber genau da würde ich mir wünschen, darf unsere Politik ein Vorbild sein und uns zeigen wie es besser gehen würde.

Präventionsarbeit leisten.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen einleiten.
Ruhe bewahren.
Integrität fördern.

Verbunden bleiben.

Und die Angst vor dem Einen genauso anerkennen wie die Angst vor dem Anderen.

Ich wünsche mir eine verbundene Welt mit Menschen die stark in sich sind, ruhig und klar. Die Eigenverantwortung übernehmen und in der Liebe bleiben um eine richtig geile Gesellschaft zu kreieren. Mit gegenseitiger Inspiration und Fülle in sich… um sich nicht weiter von Außen füllen zu müssen.


Gesund und glücklich, mit dem was man hat.
Gemeinsam stark, als Gesellschaft die sich gegenseitig träg und nicht ausgrenzt.

Wie seht ihr das so?

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